Wie werde ich Prädikantin / Prädikant?

Der Prädikantendienst im Überblick

  • Prädikantinnen und Prädikanten leiten eigenverantwortlich Gottesdienste und predigen.
  • Als Grundlage für diese Gottesdienste verwenden Prädikantinnen und Prädikanten eine Gottesdienstvorlage.
  • Einsatzort ist ein Kirchenbezirk. Das heißt, Sie sind in unterschiedlichen Kirchengemeinden aktiv.
  • Im Durchschnitt halten Prädikantinnen und Prädikanten 12 Gottesdienste pro Jahr. Die Anzahl kann aber deutlich variieren, sie liegt in der Regel zwischen 6 und 18 Gottesdiensten.
  • Prädikantinnen und Prädikanten werden jeweils für sechs Jahre beauftragt.
  • Mit dem 75. Lebensjahr endet das Ehrenamt automatisch.

Die Ausbildung

Die Prädikantenausbildung dauert rund eineinhalb Jahre. Sie besteht aus drei viertägigen Grundkursen, aus einem Studientag und aus mentorierten Gottesdiensten.

Der Dienst als Prädikantin und als Prädikant ist ein wertvolles und geschätztes Ehrenamt, zu dem man von einem Kirchengemeinderat vorgeschlagen wird. Der Dekan oder die Dekanin des Kirchenbezirks nimmt die Vorschläge aus den Kirchengemeinden seines Kirchenbezirks entgegen und meldet die geeigneten Personen zur Grundausbildung an. Diese Grundausbildung dauert rund eineinhalb Jahre.

Bereits während der Ausbildungszeit halten Sie Gottesdienste, anfangs in enger Begleitung durch einen Mentor, später unabhängiger.

Als Grundlage für Ihre Gottesdienste stellt Ihnen das Prädikantenpfarramt ausgearbeitete Gottesdienstvorlagen zur Verfügung, die Sie sich so aneignen, dass sie zu Ihnen und zu den jeweiligen Gottesdienstbesuchern passt.

Die gesamten Ausbildungskosten übernimmt die Landeskirche.

Das Ausbildungskonzept zum Ausdrucken finden Sie hier (Stand 2017).

Die Voraussetzungen

Als Voraussetzungen für neu beginnende Prädikantinnen und Prädikanten gelten laut Prädikantenordnung: 

  1. Kirchenmitgliedschaft in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg
  2. Wählbarkeit gemäß § 3 Kirchliche Wahlordnung
  3. Zustimmung zur Bekenntnisgrundlage der Evangelischen Landeskirche in Württemberg
  4. Umgang mit der Bibel, aktive Beteiligung am kirchlichen und gottesdienstlichen Leben, Bewährung in anderen Diensten, Vertrauen der Kirchengemeinde
  5. Die Bereitschaft, den Prädikantendienst in der Volkskirche zu tun
  6. Die Fähigkeit, Texte sinnentsprechend und deutlich vorzutragen
  7. Psychische Stabilität
  8. Bereitschaft zur Teilnahme an den Aus- und Fortbildungskursen
  9. ein Alter von in der Regel über 24 und unter 66 Jahren

Die Anmeldung zur Ausbildung

Die Anmeldung zum Prädikantengrundkurs geschieht in drei Schritten:

  • Der Kirchengemeinderat einer Gemeinde beschließt in nichtöffentlicher Sitzung, eine Person zur Prädikantenausbildung zu empfehlen.
  • Die/der zuständige Dekan/in stimmt dieser Empfehlung zu und leitet diese an das Landesprädikantenpfarramt weiter.
  • Vom Landesprädikantenpfarramt bekommt die empfohlene Person die Unterlagen zugesendet, mit denen sie sich zu den Grundkursen anmelden kann.