Prädikantenarbeit

Durch den Prädikantendienst werden Gemeindemitglieder ehrenamtlich an der öffentlichen Verkündigung des Wortes Gottes beteiligt. Entsprechend ausgebildete und beauftragte Frauen und Männer können selbständig Gottesdienste leiten und predigen.

 

Zur Zeit tun circa 860 Frauen und Männer in unserer Landeskirche Dienst als Prädikantinnen und Prädikanten. Die Dichte ist regional sehr verschieden. Im Schwarzwald, in Hohenlohe oder im Oberland besteht mehr Bedarf als in Stuttgart oder Heilbronn. Insgesamt wurden von Prädikantinnen und Prädikanten im letzten Jahr über 10.000 Gottesdienste übernommen. Schwerpunkte sind die Fest- und die Ferienzeiten.

 

In unserer Landeskirche entstand die Prädikatenarbeit während des Zweiten Weltkrieges, als viele Pfarrer an die Front geschickt wurden. Ohne die Mitarbeit von Ehrenamtlichen, darunter viele Pfarrfrauen, hätten viele Gottesdienste ausfallen müssen. Diese Aufgabe stellte sich dann von neuem in Zeiten des Pfarrermangels. Auch heute ist der Dienst der Prädikantinnen und Prädikanten bei Krankheits- und Urlaubsvertretungen, Vakaturen usw. nach wie vor sehr gefragt. Derzeit hält der Trend an, dass Gottesdienste, die von Prädikantinnen und Prädikanten geleitet werden, eher noch häufiger werden.

Arbeitshilfen und Hintergrundinformationen

  • add Predigtvorlagen

    Für jeden Sonn- und Feiertagsgottesdienst veröffentlichen wir zwei unterschiedliche Predigtvorlagen. Die Redaktion einer Reihe liegt beim Prädikantenpfarramt (Reihe "mit Punkt"). Die zweite Predigtreihe wird von der Christusbewegung "Lebendige Gemeinde (Reihe "ohne Punkt") herausgegeben. Auf die Predigtvorlagen können Sie mit Ihrem Passwort hier zugreifen.

  • add Das Kursbuch für die Prädikantenarbeit

    Das Kursbuch für den Prädikantendienst (hier Ausgabe 2017) behandelt die wichtigsten Themen rund um die Prädikantenarbeit, mit Tipps und Hinweisen zu Predigt, Liturgie, Musik und Sprechen. Außerdem ist dort der formelle Rahmen beschrieben und es gibt Anregungen und Übungen für die persönliche Beschäftigung mit biblischen Texten.

  • add Predigten für Altenheime, Pflegeheime und Menschen mit Demenz

     

    Zehn „goldene Regeln" für den Gottesdienst im AltenPflegeHeim

    von Dekan i.R. Christoph Hirsch, Neuenstadt:

    1. Es ist ein wichtiger Kontakt, die Menschen - wenn sie in den Raum kommen/ gebracht werden/ oder schon im Raum sind - persönlich mit Handschlag zu begrüßen. 

    2. Es ist eine Hilfe, wenn der Gottesdienst mit Glockengeläut und kurzem Orgelvorspiel begonnen werden kann (CD). 

    3. Es ist hilfreich, wenn die liturgischen Schritte jeweils deutlich angesagt und erklärt werden 

    4. Es sollten bekannte Lieder gesungen werden - oft ohne Gesangbuch, Liederheft oder Liedblatt. - Bitte auf die Tonhöhe achten! Eventuell mit CD-Chor-Begleitung. Ein Lied oder Liedvers kann auch mehrmals gesungen werden.

    5. Auch die Psalmen und Psalmgebete sollten nur bekannte Psalmen umfassen: z.B. Ps 23; 24; 37; 90; 103 ; 121

    6. Der Predigt sollte ein kurzes (merkbares) Bibelwort zu Grunde gelegt werden, z.B. Wochenspruch, Monatsspruch, Jahreslosung u.a. oder eine biblische Erzählung , in der „etwas geschieht". Der vorgegebene Predigttext ist für das AltenPflegeHeim nicht immer geeignet. 

    7. Es macht den Gottesdienst lebendig, wenn man auf Reaktionen der Gottesdienstbesuchereingehen kann, z. B. „Das ist mein Trauspruch..." 

    8. Die Gebete sollten kurz sein. In ihnen sollten aber nicht nur die Fragen, Nöte und Sorgen der alten Menschen vorkommen. 

    9. Bei kleinen Gruppen ist eine Einzelsegnung gut möglich und sehr „schön“ und hilfreich (z.B. mit Händen auf den Schultern und Kehrvers mit allen für jede/n: „Kennt auch dich und hat dich lieb…“ EG 511,3) 

    10. Es ist wichtig, dass auch die Verabschiedung nach dem Gottesdienst persönlich geschehen kann. Der Gottesdienst-Verantwortliche sollte im Raum bleiben, bis alle Menschen wieder auf ihren Wohnbereich gebracht worden sind. Manchmal ist eine „Beruhigung" notwendig: „Man hat Sie nicht vergessen. Sie werden gleich geholt!“

  • add FAQ und Bezirkshandreichung
  • add Prädikantenordnung
  • add Handbuch für Kirchengemeinderätinnen und Kirchengemeinderäte

    Auf 877 Seiten finden Sie in diesem Handbuch vielfältige Informationen rund um die Kirchengemeinde, zum Beispiel:

    • das reformatorische Kirchenverständnis (ab S. 131)
    • Anbetung und Gottesdienst (ab S. 186)
    • Organisation und Aufgabenverteilung in einer Kirchengemeinde (ab S. 31)

    Handbuch für Kirchengemeinderätinnen und Kirchengemeinderäte (pdf, 6,1 MB)